Brittney Arena: A Dance of Lies
Cindy
“A Dance of Lies ” von Brittney Arena wird dem Hype meiner Meinung nach absolut gerecht! Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen eines Fantasyromans und bin mehr als begeistert von der Struktur des Romans.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Tänzerin Vassalie, die von König Illian zwei Jahre lang in Isolationshaft gehalten wurde, für ein Verbrechen, das sie nicht begangen hat. Die Jahre in Ketten haben ihren Körper geschwächt und nachdem Illian sie befreit, muss sie nach und nach akzeptieren, dass sie von nun an mit chronischen Schmerzen leben muss und nie wieder so tanzen kann wie früher. Nun erpresst der König sie mit ihrer Freiheit: beim Zusammentreffen der Kronen soll Vassalie für ihn spionieren und den ein oder anderen Gegner ausschalten. Dort schleust sie sich als Tänzerin für das Unterhaltungsprogramm ein und befindet sich plötzlich mitten in einem dichten Netz aus Intrigen und Lügen.
Ich mochte wirklich alles an diesem Buch. Vassalie ist eine starke Protagonistin, der die Zwischentöne nicht entgehen- das sorgt dafür, dass man als Leser oft überrascht wird und wirklich nie vorraussehen kann, was als nächstes passiert. Das Tanzen spielt zwar eine große Rolle, nimmt aber nicht zu viel Raum ein. Man kann den Darbietungen auch ohne Vorwissen gut folgen, denn Vassalie muss durch die Grenzen ihres Körpers kreativ werden. Das hat mir richtig gut gefallen, denn sie akzeptiert diese Grenzen und sucht und findet einen neuen Weg, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Man merkt sofort, dass die Autorin ihre eigenen Erfahrungen eingearbeitet und die Protagonistin erschaffen hat, die sie selbst gebraucht hätte.
Das Zusammentreffen der Adeligen sorgt natürlich für einen extravaganten Schauplatz. Ich liebe höfische Intrigen und hier gibt es allerlei Geheimnisse zu erkunden. Vassalie muss sich langsam öffnen, doch ihr fällt es schwer zu vertrauen und Illians Schatten abzuschütteln. Ihre Schlagfertigkeit, die im Laufe der Geschichte immer mehr hervor blitzt, hat mir besonders gut gefallen. Auch die Nebencharaktere sind allesamt interessant und zum Großteil liebenswert gestaltet (die Bösewichte sind natürlich durch und durch böse). Auch die Welt, die Brittney Arena erschaffen hat, entspricht quasi einem Fantasy Klassiker. Verschiedene Reiche mit verschiedenen Herrschaftsstrukturen, Handelsgütern und Besonderheiten. Ich liebe es ja sehr, wenn es komplex, aber nicht zu kompliziert ist und genau das trifft auf diesen Weltenbau zu.
Mich hat es sehr überrascht, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive im Präsens erzählt wird, aber der Stil ist flüssig und klar strukturiert. Auch der Spannungsbogen nimmt keinen Abbruch. Zu Beginn denkt man vielleicht noch, man wüsste, worauf es hinausläuft, aber am Ende ist so unglaublich viel unerwartetes passiert… ich habe es geliebt!
Ich kann “A Dance of Lies ” von ganzem Herzen empfehlen. Und zwar nicht nur an Romantasy-Leser (ja, es gibt eine Liebelei, aber die ist für mich nicht das zentrale Element der Geschichte), sondern auch an die klassischen Fantasy-Leser.