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Nora Imlau: Was Familie leichter macht

Cindy

“Was Familie leichter macht – Entlastende Impulse für einen bindungsstarken Alltag” ist der neue Familienratgeber von Nora Imlau. Es ist kein Ratgeber mit Anweisungen im klassischen Sinn, sondern Nora erzählt viel aus ihrem Familienleben, ihren Erfahrungen als Journalistin für Familienthemen und kann so aus einem großen Topf an Wissen schöpfen. Durch ihre jahrelange Arbeit hat sie ganz unterschiedliche Familien kennengelernt und vor allem deren Probleme. Mir ist beim Lesen aufgefallen, wie auch ich teilweise sehr stark im Denken festgefahren bin, einfach weil man gewisse Dinge schon immer so gemacht hat. Nora öffnet ganz neue Perspektiven, die Entlastung in den Alltag bringen können und die Eltern helfen können, ihre Ressourcen so einzuteilen, dass man nicht völlig ausgebrannt ist. 

Dabei spricht sie ganz viele Themen an. Essen am Familientisch war ein ganz tolles Kapitel. Vor allem die Überschrift “Mütter sind keine Müllschlucker” hat mir sehr gut gefallen. Oft hält man an Idealvorstellungen fest, die man zwingend umsetzen will, obwohl sie den Alltag nur erschweren. Ob das Kind am Tisch sitzt und isst oder am Boden spielt und isst, ist moralisch neutral. Das ist das große Stichwort des gesamten Buches. “Moralisch neutral “. Diese Lebenseinstellung erleichtert vieles, aber natürlich ist es auch ein ganzes Stück Arbeit, dahin zu kommen. 
In jedem Kapitel finden sich schön gestaltete Seiten mit dem wichtigsten Impuls, den der Text hergibt. Und dann gibt es noch kleine Zusammenfassungen, die erörtern, was an dem Thema moralisch neutral ist. Beispielsweise ist ein Hobby moralisch neutral – sei es zocken, Fußball oder stricken. Auch sind wichtige Sätze farblich hervor gehoben, sodass man beim erneuten Lesen schnell die Erinnerung wach rufen kann.
Nora Imlau denkt auch immer alle Familienformen mit,vor allem neurodivergente Familien liegen ihr sehr am Herzen. Dort geht die zweite Hälfte des Buches stärker darauf ein und auch wenn man kein neurodivergentes Familienmitglied hat, hilft es doch sehr, den Blick zu schärfen und das Herz zu öffnen und Situationen nicht mehr so scharf zu verurteilen, weil man nie weiß, was dahinter steckt.
Ich mag es such sehr, dass die Autorin immer weiterführende Lektüre empfiehlt- sei es ihr eigenes Werk, dass sich mit bestimmten Themen, die angesprochen werden, tiefer auseinander setzt oder die Arbeit von KollegInnen.
“Was Familie leichter macht ” hat mir sehr gut gefallen und ich konnte ganz viele Impulse daraus mitnehmen. Bindungsorientierte Erziehung ist harte Arbeit und ich glaube jeder, der mittendrin steckt freut sich über entlastende Impulse. 
fa 653x1024 - Nora Imlau: Was Familie leichter macht
© Beltz

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