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Sarah Rees Brennan: Long Live Evil

Cindy

Mit Blurbs von Jay Kristoff, Leigh Bardugo und anderen namenhaften Autoren, hat „Long Live Evil“ mein Interesse geweckt. Die Idee, die Bösewichte in den Mittelpunkt der Geschichte zu stellen, klingt absolut vielversprechend und spannend.

Im Mittelpunkt steht die 17jährige Rae. Sie ist krebskrank und fristet ihre Tage im Krankenhaus, ohne Freunde und in ständiger Sorge um ihre Familie. Gemeinsam mit ihrer Schwester liest sie die erfolgreiche Fantasybuchreihe „Zeit des Eisens“ und eines nachts bietet ihr eine unbekannte Frau einen magischen Handel an. Sie kann in diese Buchreihe schlüpfen und muss einen ganz bestimmten Gegenstand finden, bevor die Zeit abgelaufen ist. Dann wird sie wieder gesund und kann in ihren Körper zurückkehren. Nun findet sich Rae plötzlich in ihrer geliebten Fantasywelt im Körper der Schurkin Rahela, auch genannt „Die in Blut getauchte Schönheit“ wieder, am Abend vor ihrer Hinrichtung. Sie beschließt, die Rolle der Schurkin anzunehmen und durch Intrigen an ihr Ziel zu gelangen.

Da Rae den Verlauf der Handlung kennt, kann sie die Charaktere gut manipulieren. Vor allem ihr Held, der jetzige König und spätere Kaiser, haben es ihr angetan. Ihr zur Seite stehen der mörderische Key und die Zofe Emer, die beide Gefallen an Lügen und Mord finden.

Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs sehr schwer getan habe, einen Weg in die Geschichte zu finden. Die Charaktere haben alle sehr blumige Namen wie „Die Letzte Hoffnung“ oder „Die goldene Kobra“ etc., mit denen sie auch angesprochen und erwähnt werden. Das war sehr verwirrend. Hinzu kommt, dass ich bis zum Schluss mit den Dialogen nicht gut klar kam. Diese erfolgen ohne schmückendes Beiwerk, manchmal ist unklar, wer was sagt und dann gibt es gewisse inside jokes, bei denen ich das Gefühl hatte, außen vor zu sein. Das soll aber nicht heißen, dass der Schreibstil schlecht ist. Den teilweise groben Dialogen stehen literarisch meisterhafte Sätze gegenüber, die mich beim Lesen echt umgehauen haben. Das zusammen ergab eine ganz weirde Mischung, die ich auch auf meinen Gesamteindruck des Buches übertragen würde. Es war wild, weil Rae alles bis zu einem gewissen Punkt nicht wirklich ernst nimmt. Sie spielt eine Rolle und das ohne über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. Als sich die Geschichte dann immer weiter von der ihr vertrauten Plotline entfernt, beginnt sie zu begreifen, was auf dem Spiel steht.

Vor allem das Ende konnte mich richtig packen, denn da hatte ich das Gefühl, dass Rae endlich präsent war. Und die packende Entwicklung zum Schluss hat meine Vorfreude auf Band 2 auf jeden Fall entfacht.

Alles in allem ist „Long Live Evil“ ein Buch, das Fantasy mal anders aufrollt und eine erfrischende Note in das Genre bringt.

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© dtv

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